Zunächst einmal der Original-Wortlaut des Artikels "Geständnis für 5.000 Euro" von dem Bundesrichter in Karlsruhe Thomas Fischer in seiner Kolumne "Fischer im Recht" in der "Zeit" (sollte in normalem Browserfenster öffnen).

Unter dem Pseudonym "Gast.Kommentar" bezog ich unter den Titeln "Unfassbar" und "Jetzt erst recht" Stellung:

    
Herr Edathy ist schuldig im Sinne der Tat. Leugnet er sein Geständnis, was ihn als nicht schuldig im Sinne des Rechtsstaates, aber nicht im Sinne der Tat entlässt, so liegt es am Rechtsstaat, das Verfahren gegen ihn wieder aufzunehmen. Das Gericht will nach Auskunft seiner Sprecherin Rechts­sicherheit dahingehend, dass [es] kein öffentliches Interesse auf eine Strafver­folgung gegen Edathy gibt. Nimmt das Gericht nach der Leugnung seines Geständ­nisses das Verfahren nicht wieder auf, so sollte dies rechtswidrig sein (etwa: Unterlassung). Wenn dies rechts­staatlich nicht so ist, ist der Rechtsstaat ein Unrechts­staat.

Die sehr eingegrenzte Sichtweise von Thomas Fischer berücksichtigt die tätliche Schuld nicht. Edathy ist juristisch unschuldig und damit rehabilitiert. Insofern überrascht nicht, dass sich Herr Fischer der Meinung anschließt, den Fehler, den Edathy erklärte begangen zu haben, nicht zu benennen. Obwohl auf der Hand liegt, dass Edathy mit dem Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben Reue zeigt (vorgibt, wie er wenig nach dem Urteil auf seiner Facebook-Seite klärt), es seine Einsicht in das Unrecht gegen jene glaubhaft machen sollte, deren Darstellungen ihm zur Befriedigung seines Geschlechts­triebs dienen mussten.

Dies ist der Auftakt für Herrn Fischer sich in seinem Beitrag in Polemik und Zynismus zu ergießen. Er fragt, ob den Journalisten nicht doch der Speichel geflossen wäre in Erwartung der Inaugen­schein­nahme des kinder­porno­grafischen Materials und höhnt, der Anblick Edathys mit einem der Leid verursachenden Fotos in der Hand (eine nicht statt­gefundene Konstruktion Fischers) hätte im Falle dass dies so geschehen wäre, dazu geführt, dass sie sich vor Ekel abwenden, was er zweifelsfrei ironisch meint. Womit er einerseits sein Verständnis für einen verfolgten Leidenden zum Ausdruck bringt, wozu er sich sogar einer Eigen­konstruktion bedient, bedienen muss (warum gelingt ihm ein Verständnis nicht gegenüber den Opfern), andererseits den Journalisten unterstellt, dass sie ihre Moral über ihre wahren Empfindungen stellen, die irgendwie denen Edathys verdächtig nahe zu sein scheinen. Spricht er womöglich über sich?

So geht es weiter. "Das Volk will nackte Jugendliche auf gar keinen Fall sehen", soll heißen: na klar, alle wollen das sehen und "niemand kann sich vorstellen, was Herrn Edathy trieb,": eigentlich ist es gar nicht seine Schuld. Und das bestätigt Fischer noch einmal in seinem Schlusssatz, das[s] Edathy als Nicht-Verurteilter nicht schuldig ist.

Somit bildet der Rechtsstaat ab, was des Volkes eigentlicher [eigentlicher - dieses Wort sollte in Anführungs­zeichen stehen] Wille ist - die Justiz als Hüterin der Pädophilie äh... Demokratie. Grauenhaft und Übelkeit verursachend, um es mit den Worten Fischers, eines Bundesrichters (!), zu sagen.

In unserer überaufgeklärten Zeit ist es längst überfällig, dass sexuelle Straftaten auch mit sexuellen Maßnahmen sanktioniert werden. Sexuelle Verfolgung, die Pflicht sexuell stimulierende Kleidung in der Öffentlichkeit tragen zu müssen, sexuelle Penetration, ggfs. auch mit Hormonbehandlung, "Sozialstunden" als Prostituierte auf dem Strich etc. sind mindestens und offenbar die einzig geeigneten Mittel, Triebtäter zu zivilisieren. Also vor allem das, was sie Kindern und Jugendlichen abverlangen.

Wie man sich denken kann, blieb dieser Vorschlag nicht ohne entsprechende Resonanz, die ich dann beantwortet habe. Zunächst der Kommentar des Lesers:

    
Jetzt wird es bizarr

Für Mord = Todesstrafen, und zwar wie der Mord?
Betrunken ein Kind überfahren = überfahren werden?

Auge um Auge und Zahn um Zahn

oder wo soll der Blödsinn den Sie vorschlagen hinführen?

-Auch wenn das hier rein gramatikalich eine Frage ist, antworten Sie bitte nicht - ich will das was zu erwarten ist lieber garnicht lesen (müssen).

Meine Antwort:

    
Bizarr ist die Ursache

@ [Nickname des Lesers]: Wenn Sie keine Antworten lesen möchten, dann posten Sie bitte keine Beiträge. Jemand der ein Kind überfährt, tut das ja nicht, weil er nicht wüsste, was mit einem Auto eigentlich anzufangen ist. Ist es aber so, dass jemand meint das Recht zu haben immer wieder Kinder zu überfahren und entwickelt sich zudem daraus ein "Breitensport" der sich anders nicht mehr eindämmen lässt, dann wäre die von Ihnen genannte Konsequenz sicher irgendwann gerechtfertigt, wenn nicht sogar erforderlich.

Im Übrigen weiß ich nicht, was z. B. Herr Edathy darin für ein Problem sehen könnte, da er doch ein Fehlverhalten eingeräumt hat, aber unschuldig bleiben möchte, was ihm gewährt wird. So ein paar schuldfreie Fotos von ihm würden ihm gut zu Gesicht stehen, der kleine Basti, na, bück' dich mal, damit der Onkel gucken kann..., wobei ich der Meinung bin, dass das zu wenig ist, da das merkwürdige Abhanden­kommen des Laptops in seinem Fall irgendwie recht schwer wiegt (es gibt da ja diesen Zusammenhang mit der Warnung und das Netzwerk der Informations­weitergabe konnte bislang nicht aufgedeckt werden, was in einem echten Rechtsstaat eine - nach Zahlung und Fristen - mögliche Endgültigkeit des Urteils bis dahin aussetzen würde), wie dass er sich zu den Inhalten der von ihm besessenen Gegenstände nicht äußern möchte (außer dass er einmal womöglich aus Versehen die Kenntnis der Inhalte ganz allgemein zugab). Warum eigentlich nicht, ein "Recht"s-Trick, verbirgt sich dort doch oder etwas eigentlich Strafbares und/oder auf dem Laptop? Und was ist das für eine Justiz (siehe auch z. B. hier), die sich selbst und nicht den Opfern von derartigem Fehlverhalten gerecht wird? Alternativ fände ich deshalb z. B. eine Zwangsehe mit einem seiner für mein Empfinden allerbrutalsten Freunde, Ted Burkert (siehe Facebook), sinnvoll, wobei Edathys Körper unbedingt auf die sexuellen Vergehen regelmäßig überprüft werden muss. Andererseits ist damit noch nicht dem Größenunterschied Kind vs. Erwachsener gerecht geworden. Da weiß ich jetzt auch nicht... aber in der "grün"-mutierten "sexuellen Vielfalt", da wird sich sicher irgendein Esel finden, der das erfolgs­gesichert übernimmt.





Literatur, Quellen:



Fischer, Thomas, Geständnis für 5000 Euro, in: Zeit Online, Start > Gesellschaft > Zeit­geschehen > Verfahrens­einstel­lungen: Geständnis für 5.000 Euro, (Kolumne Fischer im Recht), URL: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/geldbusse-edathy-kinderpornografie-prozess, sowie Kommentar­seite 21, Kommentar 162 (21/162) und 23/179, alles (10.03.2015).