Blick vom Alten Markt in den Gehrenberg 1906: 45,7 KB

1906: Blick vom Alten Markt in den Gehren­berg1). Rechts Geschäft und Werk­statt des Uhr­machermeisters Fritz Böckel­mann. Sein Bruder Conrad August Böckel­mann, eben­falls Uhr­macher- und ferner Fein­mecha­niker­mei­ster, besaß ein Geschäft am Gehren­berg. Dort hatte Niko­laus Dür­kopp 1860/61 seine erste Näh­ma­schine entwickelt und herge­stellt.

Platzanweisung 25 Mark Quadriga kommt durch Bielefeld 1921: 47,5 KB

19212): 1806 stahl Napoleon die Quadriga vom Branden­burger Tor in Berlin und verbrachte sie nach Paris. 1814 kam sie einem Triumph­zug gleich zurück. Auf ihrem Trans­port in 15 Kisten kam sie auch durch Biele­feld. Die Platz­anwei­sung3) erin­nert daran, dass der "gewölbte Bogen des Nebels­tors [Stadt­tor am west­lichen Ende der Kreuz­straße] abge­bro­chen wurde, um die Qua­driga [...] durch zu lassen"4). 1817 wurde er wieder her­ge­stellt. Auf dem Not­geld­schein ist dies wohl fälsch­li­cher­weise an die Häuser Markt Ecke Gehren­berg verlegt, auch wenn die Route hier wahr­schein­lich eben­falls entlang führte.

Bielefelder Stoffgeld, Originalgröße der Abbil­dung: 12,0 cm mal 7,8 cm.


1) "Der Gehren­berg mit seinem jeden­falls auf [die vorma­lig beste­hende Niede­rung] auf­ge­schüt­te­tem Boden gebau­ten Tor­win­kel am Bach [hier stand das östliche der beiden südlichen Stadttore der Altstadt, das Brücktor] ist das drei­eckige Land­stück der Alt­stadt, das sich mit seiner Spitze der Neu­stadt näherte. (Gere = Spitze, Winkel, vgl. Gehrung.)" (Meise, Ravens­berger Wander­buch.)

2) Bis in die Mitte des 20. Jahr­hun­derts galt 1221 als Grün­dungs­jahr Biele­felds. Erst dann wurde es auf­grund neuer Erkennt­nisse auf 1214 berich­tigt.

3) Für am Ort (Platz, hier: Stadt­spar­kasse Biele­feld) einlös­barer, über­trag­barer Gut­schein eines Anwei­senden (hier: Magis­trat der Stadt Biele­feld) über Finanz­pro­dukte (z. B. Geld, Aktien) aus seinem Besitz. Auf­grund der Finanz­knapp­heit seit Ende des Ersten Welt­krieges gaben Städte und Gemein­den zuneh­mend Platz­anwei­sungen aus, die sie bewusst als Sammel­objekte gestal­teten, in der Hoff­nung, dass sie nicht einge­löst werden. Letzt­end­lich konnten sie die Ent­wick­lung der Infla­tion hin zur Hyper­infla­tion aber nicht auf­halten: Ihr höch­ster Wert betrug in Biele­feld schließ­lich 10 Bil­lionen Mark.

4) Schubert, Beschreibung der Stadt Bielefeld, Biele­feld, 1835, zitiert nach: Pinder, Eberhard, Das "Nebelstor", Grabungsbericht und Deutung, in: Fest­gabe zur 750-Jahr­feier ..., S. 8 - 29, hier S. 14.