 1898 und 1908: Die Ansichtskarten bilden die Zeit des Umbruchs an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ab. 1900 nahm die Straßenbahn von Schildesche nach Brackwede ihren Betrieb auf. Zunächst fuhr sie auch durch die engen Straßen der Altstadt. An dem bis 1904 als Rathaus genutzten Gebäude wurden daher Arkaden für die Fußgänger durchgebrochen. Seine erste Etage wurde nach Indienststellung des neuen Rathauses am Schillerplatz (Niederwall) als "Öffentliche Lesehalle" genutzt. Sie war die Vorgängerin der Stadtbibliothek. Das Haus zwischen vormaligem Rathaus und Nicolai- Kirche wurde durch ein modernes, größeres ersetzt. Es wurde von dem Wirt Modersohn gastronomisch genutzt. Der war auch auf dem Johannisberg in dieser Hinsicht maßgeblich, aber auch als Schützenmajor sehr aktiv. Das Haus ganz im Hintergrund, am Abknick Niedernstraße Ecke Durchgang zur Ritterstraße, wurde ebenfalls durch ein neues ersetzt. Statt der Kutsche findet sich auf der neueren Darstellung auch ein Automobil. Einen Eindruck vom ursprünglichen Giebel des Rathauses von 1562 vermittelt das Überfahren des Bildes mit der Maus und auch weiter dann über den Giebel. Zu berücksichtigen ist, dass die zum Portal führenden Treppenstufen auch nur zweidimensional dargestellt sind. Über dem Portal befand sich ein Relief mit der Darstellung von Adam und Eva am Apfelbaum. Es ist als einziges Fragment erhalten und hat heute im Neuen Rathaus seinen Platz gefunden.
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