Im 12. Jahr­hun­dert begann sich die Graf­schaft Ravens­berg mit der späteren Haupt­stadt Bielefeld auszu­bilden. Der Ravens­berger Grafen­stand erlangte nicht geringe Bedeutung: Der Stadt­gründer Bielefelds, Hermann IV., heiratete eine Nichte Kaiser Friedrich I. Barbarossa. 1346 starben die Ravens­berger aus, ihr Erbe gelangte durch Heirat an die von den Jülichern regierte Graf­schaft (später Herzogtum) Berg. Das Erbe beider jülischen Linien gelangte seiner­seits 1511 an das Herzogtum Kleve mit der Grafschaft Mark. Dieses große Gebiet regierte dann "der reiche Herzog" und ließ z. B. die Sparren­burg bei Bielefeld zur früh­neu­zeit­lichen Festung um- und ausbauen.


Für Interessierte - wie es mit Ravensberg weiter ging:

Das Ende des klevischen Hauses resultierte 1609 - 1614 im Jülich-Klevischen Erbfolge­streit. Schon hier erhielt das Kurfürstentum Brandenburg (das spätere Preußen) neben dem Herzogtum Kleve die Grafschaften Mark und Ravensberg zugesprochen, was gegen Ende des 30-jährigen Krieges, am 8. April 1647, im Düsseldorfer Teilungs­vertrag dann endgültig bestätigt wurde. Das Territorium der Grafschaft blieb unter jülicher, klevischer, später brandenburgisch-preußischer Herrschaft bis in die Zeit der napoleonischen Besetzung (1807 bis 1813) erhalten, ging während derer im Königreich Westphalen auf und dann in der preußischen Provinz Westfalen, die heute überwiegend den östlichen Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen bildet. Den Titel "Graf von Ravensberg" trug noch der letzte König von Preußen, der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II.

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