1908: Das Marthaheim in der Zimmerstraße 15 gehörte zur Diakonissenanstalt Sarepta (Schwesternschaft Sarepta), eines Teils der späteren (heutigen) Bodelschwinghschen Anstalten (Stiftungen) Bethel. Es beherbergte alleinstehende Fabrikarbeiterinnen, die die Bielefelder Wäscheindustrie vornehmlich aus Ostdeutschland
1) angeworben hatte. Vormals war es die "Herberge zur Heimat", das christliche Hospiz
2), das wenig weiter 1891 an der Ecke Bahnhofstraße sein
neu errichtetes Domizil fand (siehe Link im Stadtplan).
Die Absenderin hatte die Karte so beschriftet, dass man die einzelnen Bereiche in dem wohl seit der zweiten Hälfte der 1950er Jahre nicht mehr bestehenden Haus gut identifizieren kann. Von unten nach oben: Links hinten Waschhaus, Badestube, Plättstube (Bügelstube). Seitlich unten der Speisesaal. Rechts vorne im Hochparterre eine Volksküche. Zudem sind mittig die Schwestern Lisa, Emma und Maria benannt.

Links an das Grundstück schließen weitere Betriebe an, so Zimmerstraße 9/11 die Kaffee-Großrösterei etc. und zunächst auch Kolonialwaren-Großhandlung Ed. Seppeler. Rechts neben dem Haus eine Einfahrt auf das Betriebsgelände der Maschinenfabrik und Eisengießerei
Th. Calow & Co. (siehe Link im Stadtplan): Das Marthaheim befand sich mit seinem Standort in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs mitten in einem der neuen Industriestadtviertel.
Auf dieser Seite neben der Einfahrt zur Fabrik stand seit 1882 das
Christinenheim in der Zimmerstraße 19. In diesem befand sich seinerzeit der "Haupt-Arbeitsnachweis", wohl eine Art Personalbüro, der Anstalt (Stiftungen) Bethel. Hauptsächlich aber bot es arbeitssuchenden Dienstmädchen und christlichen Arbeiterinnen Aufnahme und stellte auch Gastzimmer zur Verfügung. Mit Eröffnung des Betheler Christinenheims (siehe Link im Stadtplan) "diente es fortan als Pflegeheim für ältere, alleinstehende Frauen"
3). Lithografie aus einem Heimatbildband.